WANDERN RUND UM PORT DE POLLENCA

Zur Cala Boquer

Eine zu Recht und vor allem bei britischen bird watchers beliebte Wanderung führt hinunter zur nördlichen von hohen Felswänden flankierten Cala Boquer. Der ausgeschilderte Einstieg liegt jenseits der Stadtumgehung beim 2. Kreisverkehr nach dessen Abzweigung von der Hauptstraße in den Ort. An „guten Tagen“ kann man etliche teils skurril ausstaffierte vor allem angelsächsische Wanderer den Weg in beide Richtungen entlang ziehen sehen.  Über den Hof der Finca Boquer (die Verbotsschilder am Tor beziehen sich nicht auf Wanderer, die passieren dürfen) erreicht man den dann nicht zu verfehlenden Pfad durch eine herrliche Felslandschaft. Bis zur steinigen Bucht ist man mindesten 45 min in der Macchia unterwegs. Der Rückweg mit einem langen Aufstieg durch das ziemlich schroffe Gelände dauert etwa eine Stunde. Am kleinen Strand kann man im Sommer im glasklaren Wasser durchaus baden. Picknick-Utensilien sollte man sich mitnehmen, vielleicht auch eine kleine Decke oder Sitzkissen. Dann kann man geruhsam beobachten, wie die zahlreichen britischen Vogelfreunde mit Ferngläsern aller Bauarten und Jahrhunderte ihre gefiederten Objekte bestaunen.


Nach Cala Sant Vicenç

Diese schöne Kurzwanderung sollte man sich auch nicht entgehen lassen. Am besten aber vorher in der Touristeninformation nachfragen, ob der Weg aktuell passierbar ist. (Dort gibt es auch Pläne). Denn wie so häufig, führt auch diese Wanderung über das Terrain einer privaten Finca. Und dort verunsichern den unbefangenen Wanderer missverständliche Verbotsschilder, die so manchen davon abhalten, beherzt auf dem Pfad vorbei am Wohnhaus des Anwesens zu marschieren. Manchmal bleibt das Gatter, das man passieren muss, auch verschlossen, dann kann man nur frustriert den Rückzug antreten.
Die Wanderung dauert insgesamt ca. eine Stunde und ist nur zum Teil ausgeschildert. Sie führt über den Bergrücken Cavall Bernat durch die Macchia, wo die Streckenführung meist durch kleine  Steinhaufen oder Farbmarkierungen  zu erkennen ist. Der Abstieg hinunter bietet schöne Ausblicke auf die vier Buchten von Cala Sant Vicenç.

Zur Cala Figuera und zur Cala Murta auf Formentor

„Die Natur der Halbinsel Formentor ist auch bei Wanderungen zu genießen. Eine von ihnen führt zu den Traumbuchten Cala Figuera und Cala Murta.

Die leichte Tour startet kurz hinter Kilometer 12 der PM-221. Links der Straße wurde bei einem Begrenzungszaun ein Durchlass geschaffen. Große Gesteinsbrocken kennzeichnen die Stelle. Ein breiter Waldweg schlängelt sich in Serpentinen durch einen Kiefern- und Steineichenwald abwärts. Nach etwa 20 Minuten ist die tief eingeschnittene Cala Figuera erreicht. Dort lohnt es sich, auf einer Plattform oberhalb des Meeres kurz zu verweilen und einen Blick auf die raue Küstenlandschaft zu werfen.

Rechts liegen Felsbrocken von riesigen Ausmaßen. Im Hintergrund türmt sich der über 330 Meter hohe Berg El Fumat auf. Die Steilklippen des Cap de Catalunya und der Punta d‘en Tomás bilden das Ende der Bucht.

Von dem Rondell begibt man sich dann auf einer Steintreppe hinab zum Kiesel- und Sandstrand. Das Wasser ist jadegrün und sauber. Einige Angler sitzen weiter entfernt vom Strand auf Stühlen. Mit ihren Ködern warten sie seelenruhig darauf, dass Goldbrassen anbeißen. Auch Kajakfahrer machen in der Cala Figuera eine Pause und aalen sich in der Sonne. Es empfiehlt sich, die Bucht bereits in den frühen Morgenstunden aufzusuchen. Denn schon um die Mittagszeit herrscht an dem kleinen Strand drangvolle Enge.

Weiter geht es links von der Plattform auf einem sehr steilen Trampelpfad hoch zu einem Parkplatz. Dort biegt man bei Kilometerstein 13 rechts auf die Straße PM-221 und erreicht nach etwa 250 Metern den linken Abzweig zur CaIa Murta (Schild). Bei dem herrschaftlichen Landsitz Cases de Cala Murta biegt man rechts ab und gelangt dann zu einem verschlossenen Tor, das mittels einer Pforte umgangen wird.

Gegenüber befindet sich die Anlage Campament Santa Maria de Formentor. In der Jugendherberge verbringen hunderte von Kindern und Jugendlichen in zwei großen Gebäuden die Sommerferien.

Eine Asphaltpiste führt dann in Richtung Cala Murta. Man bleibt dabei immer auf dem Hauptweg. Kiefern und Steineichen bieten reichlich Schatten, so dass die Wanderung auch an heißen Tagen möglich ist. Rechts und links der Route fallen ganze Kolonien von prachtvoll gewachsenen Zwergpalmen auf. Bald ist eine weitere Jugendherberge erreicht, die rechts unterhalb des Wegs liegt und derzeit renoviert wird. Hier wurde ein Teich angelegt. Im Schilfrohr versteckt quaken Frösche.

Nachdem man dreimal über kleine Blicken ein ausgetrocknetes Bachbett gequert hat, signalisieren tuckernde Motorengeräusche von Yachten, dass die Cala Murta nicht mehr weit entfernt ist. Schließlich gelangt man zu einem verschlossenen Eisentor. Dort wird rechts und gleich wieder links abgebogen. Nach wenigen Metern ist man an einem der schönsten Strände Mallorcas angekommen.

Die Cala Murta wird von hohen Steilklippen begrenzt. An manchen Kanten der Klippen konnte sich noch Sandboden bilden. Darauf haben sich Kiefern und Zwergpalmen regelrecht festgekrallt. Das azurblaue. Wasser wechselt bei hellem Meeres­grund in Türkis. Wer Taucherbrille und Schnorchel im Rucksack mitgeschleppt hat, kann nun die spannende Unterwasserwelt der Cala Murta erkunden.

Die Stellen mit tiefdunklem Blau werden von Wiesen erzeugt, die unter Wasser wachsen. Es ist ein imposantes Naturereignis, zu den Neptun- oder Poseidongraswiesen hinabzutauchen. Ihre dicht an dicht wachsenden Blätter bilden ein undurchdringliches Dickicht, in dem Jungfische verschiedener Arten Schutz und Nahrung zugleich finden. Bei ganz langsamen Schwimmbewegungen kann man sich den kleinen Meeresbewohnern jedoch nähern und sie bei ihrem munteren Treiben beobachten.

Nach dem Schwimm- und Tauchspaß sollte nicht versäumt werden, noch zur Landspitze El Castellet zu laufen. Dorthin gelangt man rechts vom Strand (Schild) auf einem teilweise gestuften Pfad. Von einer Plattform bietet sich ein grandioser Ausblick: Westlich breitet sich die Bucht von Pollença aus. Direkt gegenüber ragt die Halbinsel Sa Victoria mit den Bergen Talaia d‘Alcudia und Penya Roja sowie dem Cap Pinar aus dem Meer empor. Südöstlich ist die Halbinsel Ferrutx und tief im Süden der Klosterberg Randa auszumachen.

Die Rückroute verläuft wieder bis zur PM-221 bei den Cases de Cala Murta. Dort wandert man links auf der Straße noch etwa 750 Meter bis zum geparkten Auto.“

Quelle: MallorcaZeitung Nr. 215,  Juni 2004

 

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