CHRISTOPH COLUMBUS UND MALLORCA

THEMA & HINTERGRUND

In der Schule haben wir gelernt, dass Christoph Columbus aus Genua in Italien stammt und in spanischen Diensten den Seeweg nach Indien suchte. Dabei entdeckte er unfreiwillig und bis zu seinem Lebensende ungeahnt die Neue Welt,  die später nach einem  anderen Seefahrer, seinem Landsmann,  Amerigo Vespucci,  „Amerika“ genannt wurde.
Doch auf Mallorca sieht man das ganz anders. Seit Jahren wird mit allen wissenschaftlichen Finessen  und pseudowissenschaftlichen Tricks daran gearbeitet, nachzuweisen, dass Cristóbal Colón ein katalanischer Jude war, der  aus der mallorquinischen Landstadt Felanitx oder deren Hafen Portocolom stammte.
Warum sonst trüge der „Port“ den Namen „Colom“? Und warum gäbe es auf Mallorca mehr Straßen und  sogar Hotels (meist älteren Datums) als irgendwo sonst  auf der Welt, die voller Stolz  nach dem großen Entdecker benannt wurden?
Und schon der im 20. Jhd auf Mallorca residierende renommierte englische Schriftsteller Robert Graves soll bereits 1956, als er noch halbwegs bei Sinnen war, die Behauptung aufgestellt haben, Columbus stamme aus Mallorca.  (Graves allerdings war berüchtigter Experte im Aufstellen gewagter Thesen, u.a.  dass Jesus der Enkel des jüdischen Königs Herodes des Großen gewesen sei…).


Der Mallorquiner Gabriel Verd Martorell legte nach zehnjähriger Forschungsarbeit  1989 ein Buch vor, in dem er „unwiderleglich nachweist“, dass Columbus ein - nun ja  - unehelich geborener Adliger königlichen Geblüts aus Mallorca war.
Immerhin kann Martorell  ein halbwegs plausibles Argument für Felanitx anführen: Der große Entdecker Columbus benannte die erste Insel, auf die er nach monatelanger Seereise  stieß, San Salvador, und das, so des Mallorquiners genialer Gedanke, weil  dem sentimentalen Cristobal spontan das Kloster auf dem Berg seiner Heimatstadt Felanitx gleichen Namens in den Sinn kam.
Vielleicht aber war es doch eher  ein Ausruf der Erleichterung (San Salvador= „Heiliger Erretter“!), den der Admiral von sich gab, der angesichts einer meuternder Mannschaft das Auftauchen von Land als Rettung aus höchster Not ansehen musste…
Eine DNA-Analyse, die Klarheit bringen sollte, verlief übrigens ergebnislos, d.h.  negativ für die Mallorca-These. Das wird natürlich keinen stolzen Mallorquiner aus der Gegend von Felanitx-Portocolom davon abhalten, die alte Mär weiter vehement zu verbreiten.

Die ganze Geschichte zum Nachlesen und Staunen unter www.spanien-bilder.com/spanische_geschichte/christoph_kolumbus/columbus-sohn-eines-prinzen.php

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